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TEMPUS-Projekt e-urals.com

Internationale Konferenz in Čeljabinsk im Rahmen des TEMPUS-Projekts e-urals.com

Veränderungsmanagement in der Universitätsbibliothek - die europäische Erfahrung

Vom 03. – 05.03.2003 fand in der Bibliothek der Universität Südural eine Konferenz statt mit dem Titel Veränderungsmanagement in der Universitätsbibliothek – die europäische Erfahrung. Die Beiträge wurden von den Projektpartnern aus Čeljabinsk, Exeter und Bochum erstellt, außerdem von den russischen Projektberatern aus Tomsk und Kemerovo.

Irina Burger, die Direktorin der Bibliothek der Universität Südural, stellte allen Teilnehmern das TEMPUS-Projekt e-Urals.com vor. Alasdair Paterson, der Direktor der Exeter University Libraries, gab eine Einführung in die aktuellen Aufgaben, an deren Lösung Hochschulbibliotheken zur Zeit arbeiten. Beverly Hughes, Erwerbungschefin der Exeter UL, beschrieb die Bestandsentwicklung in der hybriden Bibliothek (klassische und elektronische Bibliothek). Jessica Gardner, Leiterin der Spezialsammlungen in den Exeter UL, beschrieb die gemeinsamen Bemühungen von Bibliotheken, Archiven und Museen, den Anforderungen an Spezialsammlungen gerecht zu werden.

Martin Myhill, Stellvertretender Direktor der Exeter UL, berichtete über aktuelle Trends im Bibliotheks-IT-Bereich in Großbritannien. Aleksandr Bolotov, IT-Manager der UB Tomsk, berichtete von Erfahrungen der UB Tomsk mit der Implementierung der integrierten Bibliothekssoftware VTLS im Rahmen eines TEMPUS-Projekts. Tatjana Luzina, IT-Managerin der Technischen Universität Kemerovo, die ebenfalls die VTLS-Software eingeführt hat, ergänzte die Darstellung.

Am letzten Konferenztag schloss sich ein Workshop zum Thema „Veränderungsmanagement“ unter Leitung von Dr. Erdmute Lapp, UB Bochum, an.

Ich habe die Workshop-Teilnehmer/innen zunächst aufgefordert, sich mit dem Sitznachbarn/der Sitznachbarin über einen Veränderungsprozess in ihrer Bibliothek auszutauschen. Die Nachbarin/der Nachbar sollte durch Fragen herausbekommen, welche Rolle die Kollegin/der Kollege in dem Veränderungsprozess gespielt hat. Hat sie/er den Prozess initiiert, Widerstand dagegen geleistet oder war sie/er gleichgültig? Warum hat sie/er so gehandelt? Was war an der Veränderung beunruhigend? Wie lief der Prozess ab? Danach habe ich gefragt, ob jemand den Mut hat, die Diskussion mit uns allen zu teilen. Anhand eines Beispiels haben wir schnell eine Reihe von Gesetzmäßigkeiten in Veränderungsprozessen formulieren können.

Anschließend habe ich den Veränderungsprozess der UB Bochum in den letzten Jahren anhand der Web Site der UB Bochum vorgestellt. Ich habe dargelegt, welche Schritte notwendig waren, um die Bochumer Digitale Bibliothek aufzubauen, welche Veränderungsprozesse dafür erforderlich waren und wie die UB Bochum sie gemeistert hat. Dabei habe ich nicht verschwiegen, dass das manchmal kein bisschen einfach war. Beispielsweise gab es zunächst gegen den Plan, den Kartenkatalog der dezentralen Bibliotheken mit den Beständen von vor 1990 zu digitalisieren, erhebliche Widerstände. Schließlich ist das Digitalisierungsprojekt des Kartenkatalogs doch ein Projekt geworden, an dem sich eine große Zahl von UB-Mitarbeitern engagiert beteiligt hat.

Ich habe das Katalogsystem der UB Bochum vorgestellt: den OPAC, den digitalisierten Zentralkatalog der Monografien mit den Beständen der dezentralen Bibliotheken der RUB, die Datenbank der elektronischen Dissertationen im Volltext, die Elektronische Zeitschriftenbibliothek. Ferner habe ich die Organisation der Web Site und die Fachinformation sowie die elektronische Fernleihe und Dokumentenlieferung und die Digitale Bibliothek NRW gezeigt. Die Aufstellung der Projekte und internationalen Kooperationen sowie der Ausstellungen der UB Bochum fand besonders großes Interesse bei den russischen Kolleginnen und Kollegen.

Dann habe ich meinen offiziellen Konferenzbeitrag vorgetragen. In einem Beitrag mit dem Titel: „Vom Bestandsaufbau zum Ressourcenmanagement“ habe ich den Paradigmenwechsel in Bibliotheken, der in den letzten Jahren stattgefunden hat, beschrieben.

Nach dem Vortrag haben die Workshop-Teilnehmer sich in 3 Gruppen geteilt, und jede Gruppe hat ein Veränderungsprojekt bearbeitet. Die Aufgabe war, das Projekt möglichst konkret zu planen und die Ergebnisse dem Plenum vorzustellen. Das Plenum sollte überzeugt werden, dass es sich lohnt, in das vorgestellt Projekt Mittel zu investieren. Die Veränderungsprojekte, die in temperamentvollen Diskussionen erarbeitet wurden, bestachen durch ihr Konzept und durch ihre Machbarkeit: es wurden eine neue Dienstleistung eingeführt, der Zugang zu den Buchbeständen geöffnet und ein Ausstellungsprojekt erarbeitet, das der erste Schritt zur Veränderung einer ganzen Institutsbibliothek wurde.

E. Lapp